3D-Fotogrammetrie

3D-Fotogrammetrie

Die 3D-Fotogrammetrie basiert - wie die 3D-Bildanimation - auf einzelnen Fotoaufnahmen. Allerdings geht es bei der 3D-Fotogrammetrie nicht um eine einfache Animation, sondern vielmehr darum, mit Hilfe von Fotogrammetrie-Software ein CAD-Modell aus einer Serie von Einzelfotos zu errechnen.

Die Besonderheit dieses Verfahrens ist, dass die abgebildeten Produkte messbar und dynamisch skalierbar dargestellt und sogar maßstabsgetreu als 3D-Druck ausgegeben werden können. Dies macht die 3D-Fotogrammetrie besonders interessant für den Bereich Prototyping, etwa für die Produktentwicklung in der Industrie. Die Fotogrammetrie ermöglicht es, in allen Phasen der Produktentwicklung ein präzises Bild des Prototyps zu vermitteln, insbesondere dank der flexiblen Rundumansicht mit Zoom-Funktion.

Hierbei erweist sich die 3D-Fotogrammetrie als wesentlich detailgetreuer als beispielsweise Laser-Scanner.
Zum Vergleich: Laser-Scanner tasten die Oberfläche des darzustellenden Objekts ab. Das Ergebnis dieser Entfernungsmessung ist eine Bild-Punktwolke, die wiederum in ein Flächenmodell (Gitternetzmodell) umgerechnet wird. Am Ende wird über das so entstandene 3D-Modell rechnerisch eine Textur aufgelegt, deren Daten zuvor aus Einzelbildern ermittelt wurde. So entsteht eine errechnete 3D-Darstellung des gescannten Objekts, das jedoch im Detail nicht einer 1:1 Darstellung entspricht.
Wenn es also um eine fotorealistische und farbgetreue Visualisierung von Objekten und deren Oberflächenstruktur geht, ist das Verfahren der 3D-Fotogrammetrie eindeutig vorzuziehen.

Ein weiterer Vorteil der 3D-Fotogrammetrie: selbst immobile Objekte von beliebiger Größe können abgebildet werden. Dies macht das Verfahren ebenfalls interessant für Tatort- und Unfallaufnahmen, aber auch für die Architektur-und Immobilienbranche, die auf diese Weise per Datentransfer Objekte von einem Standort zum anderen "transportieren" und bei Bedarf als 3D-Druck ausgeben kann (z. B. in der Städteplanung).

Eine Einschränkung gilt jedoch in der 3D-Fotogrammetrie: sie ist nicht geeignet für die Darstellung metallischer und/oder spiegelnder Oberflächen - ihre Stärke liegt eindeutig in der Visualisierung organischer Stoffe, in der sie führend ist.

Ferner ist zu beachten, dass es sich bei der Fotogrammetrie um eine neue Technologie handelt, die aktuell aufgrund längerer Rechnungszeiten noch relativ zeitaufwändig und im Erwerb der zugehörigen Hardware etwas kostspieliger ist.
Daher ist sie eher für die Bereiche Forschung und Entwicklung, Architektur und Restauration zu empfehlen, deren Projektzyklen längerfristig angelegt sind. Hier bietet sie allerdings deutliches Einsparungspotenzial, da sie als Ersatz für die im Guß- und Formenbau manuell erstellten Prototypen dient - zumal beliebig viele Kopien des Objekts als erstellt werden können - und den kostspieligen Transport großer Modelle zwischen unterschiedlichen Standorten überflüssig macht.